Waldhistorie

Schon um 1900 wurde der Heringsdorfer Küstenwald in das Bade-und Kurleben des mondänen Seebades integriert, um die Attraktivität des Ortes zu erhöhen. Tennisplätze im Schatten der Buchen, eine einzigartige Rennbahn (hufeisenförmig angelegt) mit luxuriöser Reitanlage , ein dichtes Netz an Wanderwegen oder historisch interessante Ausflugziele „lockten“ die illustre Badegesellschaft auch in den kühlenden gesunden grünen Wald.

BISMARCKWARTE AUF DEM PRÄSIDENTENBERG

Bauplanung
Beginn 1. März 1903 beim Vorstand der Aktien-gesellschaft Seebad Heringsdorf.
31. März 1905 Ausschreibung des Wettbewerbes für ein Denkmal zu Ehren des Eisernen Kanzlers und als Wahrzeichen der Macht des deutschen Vaterlandes. Auftragserteilung an den Architekten Otto Rietz aus Berlin-Schöneberg.

Grundsteinlegung: 3. September 1905
Einweihung: 23. Juni 1907
Kosten: 50.000 Mark
Eintrittspreise 1913: 20 Pfenning

Lage: Südwestlich von Heringsdorf auf dem Präsidentenberg mit 45 m über NN, obere Aussichtsplattform der Bismarckwarte 42 m

Sprengung: 1. Mai 1946 auf Kommando der Sowjetarmee
Die Zeichen der Sprengung sind noch heute an den Rindennarben der alten Buchen erkennbar.

GASTSTÄTTE  AUF DEM PRÄSIDENTENBERG

Namensgebung
Der Ursprung ist nicht genau festzustellen.
Es heißt, dass ein Alteingesessener als Kind in der damals noch offenen Halle ein längeres Gedicht vorgefunden habe, in welchem die Worte standen:

„Es zog hinaus ein Präsident, nach ihm ist dieser Berg benennt.“

Entstehung
Seit 1872 Restauration: „Der Berg trägt auf seiner Höhe einen kleinen Pavillon nebst Kaffeehaus, von wo sich eine reizende Aussicht entfaltet.“

Weiteres
Durch die Inbetriebnahme der Bismarckwarte 1897 erhielt das Restaurant einen noch größeren Beliebtheitsgrad und wurde durch den Schützen-verein gern als Vereinslokal genutzt. Abriss nach 1946 – der Wald hat sich dieses Stück Erde zurück geholt.

THINGSTÄTTE

Historie
Die Thingstätte ist eine in der Zeit des National-sozialismus nach dem Vorbild antiker und griechischer Theater als Thingstätte errichtete Freilichtbühne.

Entstehung
1.Mai 1934 feierliche Eröffnung der Heringsdorfer Thingstätte vor einer imposanten Naturkulisse. Sie hatte Platz für 20.000 Zuschauer.

Nutzung nach der Nachkriegszeit
Nach 1951 wurde vom Sportverein Lokomotive Heringsdorf mit der Umgestaltung des Geländes zum Sportzentrum begonnen, jedoch nicht vollendet und war dem Verfall preisgegeben. Heute hat die Natur die Anlage zurückerobert.

STEINERNER TISCH

Historie
Verbunden mit der Verleihung des Titels „Seebad“ am 4.6.1879 durch Kaiser Wilhelm I. war auch die Schaffung eines dichten Netzes von Wander- und Reitwegen. Um die Attraktivität des Ortes noch zu erhöhen, wurden besondere Denkmale als Ausflugsziele ausgewiesen, wie hier der steinerne Tisch. Noch heute ist der Platz ein beliebtes Ausflugsziel und wird für Waldkonzerte genutzt.

Entstehung
Der steinerne Tisch wurde 1888 als Verweileinrichtung mit dem Blick in den herrlichen Buchen(hallen)wald eingeweiht. Mit der Ausfertigung wurden Greifswalder Studenten beauftragt.

Material
Das an historischen Vorbildern orientierte Ensemble, runder Tisch mit 5 Sesseln, wurde aus Sandstein gestaltet und später an einigen Stellen mit Betonstein ausgebessert.

Lehmkuhle

Herkunft
Lehm entstand aus eiszeitlicher Gletscher-Schleiftätigkeit und lagerte sich beim Abschmelzen der Gletscher ab.

Nutzung
Der Lehm wurde als Rohstoff für den Bau von Katen, Buden und Fachwerkhäusern genutzt. Das ehemalige Schulgebäude in der Schulstrasse (heute Wohnhaus) stammt noch aus dieser Zeit. Bis 1990 Nutzung auch als ortsgebundenes Heilmittel in der Peloidtherapie. 1946–1948 Trainingsplatz späterer DDR-Meister der Neuhof/Heringsdorfer Kraftsportgruppe Lokomotive Heringsdorf um die Gebrüder Griebenow.

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